Erhalt des Stiftungsvermögens

Die meisten Landesstiftungsgesetze enthalten den so genannten Vermögenserhaltungsgrundsatz, der besagt, dass das Stiftungsvermögen in seinem Bestand dauerhaft zu erhalten sei. Mit dieser Aussage erschöpfen sich aber meist auch schon die gesetzlichen Vorgaben. Die konkrete Ausgestaltung des Vermögenserhaltungskonzepts bleibt dem Willen des Stifters oder dem Stiftungsvorstand überlassen.

Für den Stifter besteht auch die Möglichkeit, in der Stiftungssatzung den Erhalt des „realen Bestands des Stiftungsvermögens“ vorzuschreiben. Mit einer solchen Vorschrift wird ausdrücklich verlangt, dass eine rein nominale Kapitalerhaltung nicht ausreicht, sondern die reale Ertragskraft unter Ausgleich von Inflationseffekten anzustreben ist.

Nicht immer wird eine Stiftung den Zielen der Vermögensanlage und dem Vermögenserhalt bei vollem Inflationsausgleich und gleichbleibender Ausschüttungen zur Zweckverwirklichung gerecht. Dann stellt sich die Frage, welches Ziel Vorrang hat.